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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 65
    Champagner Rosé de Saignée

    Warum gilt seit jeher der Champagner als das erotischste aller Getränke?

    Zum einen finde ich es unglaublich faszinierend, wie aus dem Nichts immer wieder diese feinen Blubberbläschen entstehen – ich könnte stundenlang staunend mein Glas betrachten. Zum anderen wissen wir, dass die Kohlensäure den Alkohol etwas schneller ins Blut transportiert. Das macht nicht nur schneller locker, sondern beschwingt regelrecht…Haben Sie schon den passenden Tropfen für den anstehenden Valentinstag? Ich kann Ihnen den Rosé de Saignée von Olivier Marteaux ans Herz legen. In der Farbe zeigt er ein eher kräftigeres dunkleres Rosé und wirkt im Duft schon super frisch und beschwingt. Feines Aroma von Erdbeeren gibt ihm Schmelz, dazu gesellen sich Aromen von Karamell und Mandeln. Am Gaumen präsentiert er sich kernig, mineralisch, und er lässt sich leicht trinken.

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 64
    Heiße Sache

    Glühweine aus dem Ländle sind wärmstens zu empfehlen

    Selbstverständlich gehört zum Winter – und spätestens zum Weihnachtsmarkt ein Glühwein! Früher war ich immer etwas hin und her gerissen – zum einen gehört es dazu, zum anderen hatte ich früher meist nach dem zweiten Schluck auch wieder genug. Das hat sich in den letzten Jahren vollkommen gewandelt! Auf den Weihnachtsmärkten werden immer mehr „Winzerglühweine“ angeboten. Das heißt, dass der Wein vom Weingut oder von der Winzergenossenschaft kommt, und auch dort schon mit Gewürzen angesetzt wurde.

    Während es früher hauptsächlich Rotweine aus Tunesien und Zypern waren – meist mit viel Zucker versetzt -, bekommen Sie heute je nachdem Spätburgunder, Trollinger, Dornfelder oder auch Lemberger von ganz erstaunlicher Qualität, die dann mit frischen Zitrusfrüchten, Zimtstangen, Nelken und Honig vorsichtig erhitzt werden. Ich versichere Ihnen – Sie schmecken die Qualität!

    Übrigens soll ein guter Glühwein nicht gekocht werden, sondern nur leicht erhitzt. Ansonsten verkocht natürlich der Alkohol….


    Weiß oder Rosé?

    Immer öfter bieten die Winzer auch Glühwein von Weiß – oder Roséwein an -eine wirklich wunderbare Alternative! So manchem Genießer bekommen sie auch besser. Allerdings tüfteln die Winzer da auch weiter, dass beispielsweise weißer Glühwein mit Ingwer und Sternanis angesetzt wird. Der Fantasie sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt! 


    Neu auf dem Markt

    Auch im Handel finden Sie heute immer mehr „Winzerglühwein“. Gut, praktisch und pfiffig sind die neuen „fertigen“ Winzerglühweine. Im Weingut reichern die Kellermeister ihren Wein mit Gewürzen, wie Zimt, Lorbeer, Kardamom, Wacholder und Nelken oder anderen an. Die Weine werden sodann gefiltert, sodass keine Gewürze mehr als feste Bestandteile vorhanden sind, und in peppige Flaschen abgefüllt, und sie müssen später nur noch vorsichtig erwärmt werden. Wenn Sie einmal einen solchen probiert haben, können Sie nur noch schwer zu einem billigen Glühwein zurück.

    Den größten Überblick über die Winzerglühweine finden Sie im Internet. Alleine auf der Seite des Deutschen Weininstitutes finden Sie schon rund 30 Vorschläge aus Baden-Württemberg.
    Zu meinen derzeitigen Favoriten gehört beispielsweise: Herzogs Glühwein „I love Monrepos“ vom Weingut Herzog von Württemberg. Kult war immer auf dem Weihnachtsmarkt im Schloss von Herzog Friedrich in Friedrichshafen auf seinem Weihnachtsmarkt sein Glühwein. Nachdem immer mehr Nachfrage kam, entschlossen sie sich im vergangen Jahr, ihren Glühwein auf die Flasche zu bringen. Die unglaubliche Nachfrage von mehreren tausend Flaschen bestätigt die Qualität. Und die Cuvée von Spätburgunder mit Trollinger ist auch mit einem hübschen Etikett versehen.

    Aber ebenso kann ich Ihnen den Gengenbacher Adventskalender Glühwein (den Weihnachtsmarkt muss man gesehen haben!) oder den ökologischen Glühwein „Bioterra“ vom Weingut Zähringer ans Herz legen.


    Gesundheitlicher Aspekt:

    Die gute Nachricht: die Gewürze haben auch positive Wirkungen auf den Organismus.
    Zimt – gut gegen Völlegefühl – regt im Körper die Verdauungssäfte an, und soll auch aphrodisierend wirken!

    Kardamom – sowohl appetitanregend, wie auch hilfreich bei Blähungen

    Nelken – wirken antibakteriell und auch verdauungsfördernd

    Kasten: Haben Sie gewusst, dass beim wunderschönen Weihnachtsmarkt in Baden-Baden streng darauf geachtet wird, dass keine Fertigprodukte verwendet werden dürfen? Die Winzerglühweine sind dort eine Selbstverständlichkeit!

    Am besten schmeckt ein Glühwein natürlich, wenn er zu Hause mit einem ordentlichen Wein selber gemacht wird.


    Hier meine Lieblingsrezepte:


    Weißer Glühwein
    0,75 l Weißwein
    0,25 l Traubensaft
    2 Bioorangen gewürfelt
    3 Sternanis
    6 Zimtblüten
    1 Zimtstange
    1 Blatt Lorbeer
    2 cl Weinbergpfirsichlikör
    2-3 Esslöffel Honig
    Wenn vorhanden 2 Blätter Muskatblüte

    Alles zusammen langsam erhitzen und in hitzebeständige Gläser oder Tassen geben

    Rosa Glühwein mit Rosen und Ingwer
    1 l Roséwein
    10 Rosenblätter
    4 Kardamom Kerne
    1 cm Ingwer klein gewürfelt
    8 Rosa Pfefferkörner
    2-3 Esslöffel Honig
    Ebenfalls langsam erhitzen….

    Klassisch Rot
    1 l Spätburgunder
    1 gewürfelte Bioorange
    1 gewürfelte Biozitrone
    3 TL Honig
    ½ Zimtstange
    3 Gewürznelken
    3 Kapseln Kardamom
    und mit etwas geriebener Muskatnuss abschmecken

    alles langsam erwärmen, und als Geschmacksträger Streifen von der Orangenschale über dem Glühwein knicken, damit die ätherischen Öle in den Wein gelangen.

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 63
    Weingut Andreas Laible & Weingut Alexander Laible

    Laible hoch zwei!

    Gleich das Wichtigste vorneweg – ein Abstecher in das zauberhafte Durbach lohnt sich immer! Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie dort auch auf einen „Laible Wein“ stoßen. Früher kamen sie von Winzerurgestein Andreas Laible. „Der Kardinal des Rieslings“ wäre eine passende Bezeichnung für Andreas Laible gewesen. Er pflegt alleine 32 verschiedene Rieslingklone, die alle separat ausgebaut werden! Ich habe auch schon gehört, dass er im Herbst seine Matratze im Keller aufgeschlagen hatte, weil ein Wein nicht anfangen wollte zu gären! Mindestens genauso motiviert und ehrgeizig sind die beiden Söhne Andreas und Alexander. Beide haben Weinbau studiert – und sie gehören beide zu den besten Winzern in Deutschland.

    Aber der Reihe nach – während der ältere Sohn Andreas nach klassischer Manier 2013 den elterlichen Betrieb mitten in Durbach übernahm, hatte sich der jüngere Sohn Alexander schon 2007 entschlossen, sein eigenes Weingut zu gründen. Wenn Sie also eine Flasche „Laible“ in den Händen halten, lohnt es sich genauer hinzuschauen, ob es sich um „Andreas oder „Alexander“ handelt. Jeder von Ihnen trägt eine ganz eigene Handschrift bei der Stilistik seiner Weine.


    Andreas Laible

    Mit 42 Jahren kann man ihn sicherlich noch als jung bezeichnen. Ganz anders verhält es sich, wenn es um seine Erfahrungen geht. Nachdem er seine Ausbildung zum Winzer in namhaften badischen Betrieben absolviert hatte, folgte eine ein sehr prägendes halbes Jahr im berühmten österreichischen Weingut Bründlmayer. Es schlossen sich zwei weitere Jahre an der Staatlichen Lehr – und Versuchsanstalt in Weinsberg mit Abschluss als „Weinbautechniker“ an. Dann war es für Andreas klar – seinen Weg würde er zu Hause beschreiten. Seit 1999 ist er wieder im elterlichen Weingut, und er schaffte es mit feiner Sorgfalt seine Vorstellungen vom Weinausbau einzubringen. Neben einem so starken und erfolgreichen (und noch jungen) Vater keine ganz leichte Aufgabe. Ohne Zweifel haben sie es miteinander hervorragend hinbekommen, sodass Andreas Laible sen. 2013 zu seinem 65. Geburtstag den Betrieb souverän an seinen Sohn übergab. 


    Kardinal des Rieslings

    Berühmt sind sie für ausgezeichneten Weißwein – ganz vorneweg natürlich der Riesling. Wenn es um die besten Rieslinge Badens geht, werden „Achat“, „Steinrassel“ und „Alte Reben“ nicht fehlen. Daneben hat sich das Weingut über viele Jahre auch einen großen Namen mit seinen ganz außergewöhnlichen Bukettweinen wie Scheurebe, Clevner und Gewürztraminer gemacht. Mit Restsüße ausgebaut bestechen sie mit ihrer wunderbaren Fruchtigkeit und vor allem Finesse. Keinen Augenblick hat man das Gefühl, dass die Weine plump oder sättigend wirken. Für solche Qualitäten muss man weit laufen… Etwas verändert zu früher haben sich der Chardonnay und Spätburgunder. Andreas Jun. wusste von Anfang an, dass sie etwas Holz brauchen, um sich noch vielschichtiger zu präsentieren. Die Burgunderweine – auch der Graue Burgunder gehört dazu – imponieren vor allem mit ihrer Mineralität!

    Wer Andreas Laible kennt, weiß dass es für ihn – und seine Familie keinen Stilstand gibt. In den vergangen Jahren haben sie mit viel Geld und enormen Mühen Rebberge mit noch besserem Pflanzmaterial erneuert. Da ihre knapp 8 ha Reben fast ausschließlich in Steillagen liegen (ab 30 % spricht man von Steillagen – Andreas Laible hat teilweise das Doppelte!), bedeutet es einen extrem höheren Aufwand als in einer flachen Lage. Nun gehen die Gedanken von Andreas und seiner patenten Frau Petra in Richtung bauliche Veränderungen. Der Keller soll optimiert werden – und eine Vinothek sollen noch folgen. Es bleibt also spannend!


    Alexander Laible

    Einen ganz ähnlichen Weg schlug anfangs der 31 jährige Alexander ein. Er absolvierte seine Winzerausbildung bei den gleichen Betrieben wie schon sein Bruder, und auch der „Weinbautechniker“ in Weinsberg folgte mühelos. Im Gegensatz zu seinem Bruder zog es ihn aber schon jung in die Welt. Zwei großartige Jahre verbrachte in dem hervorragenden Rieslingweingut Albert Kallfelz an der Mosel. Es hätte dort die Zukunft sein können, wäre nicht Ehefrau Corinna mit Leib und Seele Badenerin – und somit tief mit der Region verwurzelt. So schaute Alexander schon bald nach seiner Rückkehr nach eigenen Reben. Das Schicksal meinte es gut mit ihm – 2007 wollte sein Großcousin Eugen Schlindwein seine Weinberge in Sinzheim bei Baden-Baden aufgeben. So schnell war der Anfang gemacht, aber es fehlte ein passender Keller. Das sollte sich als nicht so einfach erweisen – mit gerade mal 28 Jahren ein fast unmögliches Unternehmen. Eine Bank vermittelte schließlich Alexander eine alte Mühle am Fuße von Durbach.


    Modernes Wunder

    Als stolzer Besitzer der Mühle wurde es Alexander erst nach dem ersten Regenguss klar, wieso er sich die Mühle sich leisten konnte. Es sah eher nach dem Anfang vom Ende aus. Nun kommt die Gänsehaut Nummer: ein Mönch aus der Ecke Tübingen kam zu Besuch – die Freundschaft mit dem Vater währte schon viele Jahre. Nachdem er den Kummer von Alexander erfahren hatte, bot er spontan Hilfe an. Mit Geld können auch sie nicht nur zur Seite stehen – mit „manpower“ also „Manneskraft“. Ob Sie es glauben oder nicht, die Mönche halfen Alexander bei der Renovierung, und im Herbst konnte er seinen Wein in seinem eigenen – jetzt trockenen - Keller ausbauen. Schon ein Jahr später wurde es belohnt, als Alexander den Titel „Entdeckung des Jahres“ im Gault Millau bekam, beziehungsweise ein Jahr später „Nachwuchswinzer des Jahres in Europa“ Artvinum.

    Das Weingut steht heute prächtig da. Für Weinproben empfängt Sie dort Ehefrau Corinna. Die Rebflächen konnte Alexander auf mittlerweile 13 ha erweitern. Rund 50 % entfallen auf den Riesling. Da staune ich jedes Mal, wie sie über eine so eigene Stilistik verfügen. Die Säure wirkt immer gepuffert, die Weine sind sehr floral und sehr elegant. Probieren Sie nur seinen „Tausend Sterne“ – sensationell wie Frucht, florale Aromen mit Spannung und Tiefe aufeienader treffen. Ein weiteres Steckenpferd ist der Sauvignon Blanc und Chardonnay für Alexander. So hat er diese beiden Weine auch seinen Kindern „Louis“ und „Marie Sophie gewidmet.

    Zu seinem 10jährigem Jubiläum bekam Alexander seinen ganz persönlichen Ritterschlag: er wurde mit dem Feinschmecker Award für die „beste Kollektion des Jahres“ ausgezeichnet!

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 62
    Champagner Cuvée Camille, Vazart-Coquart

    Zart wie Feder

    Die größte Faszination übt auf mich immer wieder die unglaubliche Vielfalt der Champagner aus. Von spritzig über kraftvoll – üppig hin zu süßen Champagnern, können Sie das gesamte Spektrum genießen. Wenn Sie nun einen richtig feinen, schlanken, fast zartgliedrigen Champagner suchen, müssen Sie den „Cuvée Camille“ von Champagne Vazart-Coquart probieren! In leuchtendem Gold versprüht er einen feinen frischen Duft ganz und gar an Orangenschalen, Kumquats und Mandarinen erinnernd. Es gesellen sich auch Aromen von Honig und die ganz typischen Champagner „Göraromen“ – wie ein Brioche dazu. Mit seiner lebendigen Säure bleibt er ganz schlank am Gaumen, behält die Zitrusfrüchte und wirkt sehr gut balanciert.Am liebsten würde ich mit diesem Champagner das Wochenende oder den Sonntagmorgen einläuten. So ein Gläschen versprüht regelrecht Sonne! Den Rest können Sie auch am Abend austrinken…

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 61
    Die Ortenau - das Herz von Baden

    Die Ortenau - das Herz von Baden


    Die berühmte Weinregion Baden reicht über nahezu 400 km. Das Herzstück bildet dabei die Ortenau – zwischen Ettenheim und Baden-Baden gelegen. Letztere Stadt ist seit 15 Jahren meine Wahlheimat – und sie ist einfach traumhaft schön! Ich liebe die Lichtentaler Allee mit ihren wunderschönen Blumenanlagen. Kinder sind mit Rollern unterwegs oder lassen Drachen steigen, die mittlere Generation geht joggen, während die Älteren flanieren, Hunde werden Gassi geführt… – ein wirklicher Treffpunkt für Jung und Alt. Richtige Juwelen sind das auch international geschätzte Festspielhaus, das Burda Museum oder das älteste Spielcasino Deutschlands. Oder auch die herrlichen Thermen – Caracalla oder Friedrichsbad. Überbleibsel aus der Römerzeit sind inbegriffen – so haben Sie noch einen kulturellen Punkt abgearbeitet. Anschließend laden natürlich die ausgezeichneten Restaurants ein. Dort können Sie dann auch einen echt Baden- Badener Wein vom Jagdhaus Hubertus trinken. Heinz J. Knapp baut unter anderem einen ganz wunderbaren leichten Rosé aus, der schon sehr an die Weine aus der Provence erinnert. Bevor Heinz J. Knapp sich der Baden-Badener Weinberge annahm, die er jetzt mit Riesling, Sauvignon Blanc und Grünem Veltliner bestockt hat, gründete er Mitte der 80er Jahre das Weingut L’Arnaude in der Provence. Im nächsten Jahr soll ein neuer Keller folgen und sehnsüchtig wird erwartet, wann die Neubestockungen zum Tragen kommen.


    Aber auch sonst gibt es jede Menge neues aus der Region zu berichten. Das Weingut Kopp in Sinzheim hat Sohn Johannes mit großem Erfolg übernommen. Sein Chardonnay „S“ und Spätburgunder Klosterbergfelsen Reserve wurde schon mit den höchsten Meriten bedacht. Gerade im Winter sind die Burgunderrebsorten unschlagbar gut. Mit ihrem Schmelz und ihrer runden, geschmeidigen Art passen sie perfekt zu allen Sahne – und Buttersaucen. Speziell der Chardonnay neigt ja bekanntlich zu weniger Säure und einem etwas höheren Alkoholgehalt, sodass er schon opulenter wirkt. Mich erinnert er immer an eine üppig gebaute Frau – so wie sie Rubens gemalt hätte.

    Richtig spannend sind auch gerade die vier Rieslinge aus dem ganz neu gegründeten „Boutique-Weingut Sven Nieger in Varnhalt“. Der junge Diplomingenieur sammelte unter anderem Erfahrungen in Neuseeland, Österreich und in der Pfalz, bevor er im vergangenen Jahr den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Neue Schätze aus Baden“ lautet sein Motto und mit seinem Logo und öffentlichen Auftritt sorgt er schon für Furore. Über Twitter und Facebook werden Sie immer über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufendenden gehalten, oder Sie können sich natürlich auch selber am Geschehen beteiligen. Für mutig halte ich auch seine Preisgestaltung: der Einstiegsriesling für 10.- €, Riesling Stich den Buben 15.- €, Klosterberg 20.-€ und Mauerberg – na? Klaro 25.- € - das ist konsequent! Letzterer wurde auch ganz aktuell im Weinmagazin mit 95 von möglichen 100 Punkten bewertet. Wow – ein grandioser Start! Aus meiner Sicht profitiert eine Region davon, wenn ein frischer Wind weht.

    Apropos – Veränderungen gibt es in der Region ganz ordentlich: Das ebenfalls noch relativ junge Weingut Schloss Eberstein hat den Besitzer gewechselt. 2002 fing Jörg Overlack an, mit viel Liebe und Akribie den historischen Weinberg wieder neu zu bestocken – und trotz junger Rebanlagen konnte sich das Ergebnis schnell zeigen lassen! Vom wunderbaren frischen Rieslingsekt über Riesling, Weißer Burgunder , Sauvignon Blanc zum Spätburgunder - die Weine bestechen mit ihrer so klaren Art und Brillanz. Am besten lassen sie sich die Weine natürlich im zauberhaften Ambiente des Schlosses und zur Gourmetküche von Bernd Werner genießen. Zu den Highlights gehört im Herbst das Fest im Weinberg, da wird dann schon mal ein ganzes Weidelamm am Grill gedreht. Damit es auch in den nächsten Jahren dynamisch weitergeht, haben Jürgen Decker, ehemals Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Kappelrodeck und Ernst Möschle – Unternehmer für Edelstahlbehälter (natürlich auch für die Weinbereitung) das Weingut übernommen.

    Schlössertour

    Ähnlich verhält es sich im Schloss Neuweier: 2012 wurde das Weingut von der Familie Schätzle übernommen. Die Geschicke der extremen Steillagen liegen in den Händen des Diplomingenieurs Robert Schätzle, der zuvor im Weingut Franz Keller und Weingut Dr. Heger sein Geschick unter Beweis gestellt hat. Auch hier haben die Vorgänger Familie Joos aus Frankfurt enorm viel renoviert – und vor allem investiert! Von Grund auf wurde das ehemalige Wasserschloss aus dem 13. Jahrhundert restauriert. Richtigen Kult in den englisch sprachigen Ländern genießt ihr Jagdzimmer, welches zur Weltausstellung 1889 in Paris präsentiert wurde - oder ihre 6000 alten Bücher, die ausschauen als hätten sie im Film „der Name der Rose“ mitgespielt.
    Gleich hinterm Schloss liegen wie bei einer Filmkulisse die Rieslinghänge. Extrem steil, so dass sie sich einer Monoradbahn bedienen, um die Rebstöcke pflegen zu können. Auch hier gilt: am besten trinken Sie die vorzüglichen Rieslinge im Ambiente des Schlossrestaurants mit der mediterranen Küche von Armin Röttele. Zuletzt sind auch noch ein paar Gästezimmer hinzugekommen.

    Nicht weit vom Schloss Neuweier finden Sie Weine mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis: Weingut Dütsch. Holger Dütsch gründete 2004 mit seiner Frau sein eigenes Weingut. Seine große Passion sind ebenfalls die Rieslinge, die sich dann auch „Finesse“ nennen. Neben dem typischen Spätburgunder baut er auch spannenderweise Lemberger aus. Wie in Österreich bezeichnet er ihn als Blaufränkisch. Nur schade, dass der Lemberger noch immer so verkannt wird. Dabei strotzt er schon mit seiner dunklen Farbe, duftet nach dunklen Beeren und Pfeffer und wirkt so richtig kraftvoll – ganz wie man sich einen Kaminrotwein vorstellt. 


    Ballerina

    Wenn es um Rotwein geht, darf ich Ihnen ein Weingut natürlich nicht vorenthalten: das Weingut Jacob Duijn im Bühlertal. Der gebürtige Holländer lebt ganz und gar für seine Spätburgunder. Als Autodiktat (na ja – so ganz ohne Vorkenntnisse war nicht, schließlich arbeitete er als Sommelier im Schloßhotel Bühlerhöhe und war später als Geschäftsführer bei einer alteingesessenen Weinhandelsfirma lange tätig) begann er mit seinem Weingut, dass nur auf Spätburgunder spezialisiert ist. Seit einigen Jahren befasst er sich intensiv mit der biologisch-dynamischen Arbeitsweise. Die Weinpreise wirken stolz, allerdings sind die roten Tropfen den Weinen aus dem Burgund auch ebenbürtig. Sie sind an Finesse und mit ihrer grazilen Art kaum zu übertreffen. Geschliffen, nicht vordergründig fruchtig, eher ein Wein den man sich erarbeiten muss. Bei Spätburgunder kommt bei mir immer die Assoziation zu einer Ballerina - wie Marcia Haydée auf.

    Eigentlich lässt sich noch von ganz vielen Weinen aus der Region berichten, aber am besten planen Sie demnächst ein Wochenende in Baden-Baden ein. Und nicht zu vergessen: es lässt sich dort auch ganz wunderbar shoppen….


    Restaurantempfehlungen:


    Le Jardin de France - französisches Feinschmeckerrestaurant inmitten Baden-Baden. Sensationelles Mittagsmenü!

    Rizzi – mitten auf dem Augustaplatz sitzen Sie in coolen Loungemobilar. Küche sehr innovativ und kreativ.

    Leos – kultiger Treffpunkt mit feiner Bistroküche

    Badischer Winzerkeller – gehört zu den klassischen Lokalitäten – badisch – gemütlich

    Schloß Eberstein – Bernd Werner bietet sowohl eine gemütliche Ausflugslokalität wie auch ein Gourmetrestaurant

    Schloß Neuweier
    – Armin Röttele kochte einige Jahre im Tessin. Entsprechend mediterran präsentieren sich seine Gerichte

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 60
    Weingut Maier in Schwaikheim

    Dynamisch & sympathisch

    Das trifft gerade auf keinen besser zu als auf Michael Maier vom Weingut Maier in Schwaikheim. Der Titel „Bester Jungwinzer Deutschlands“ wurde ihm gerade zuteil! Da gehört schon einiges dazu! Die jungen Winzer bewerben sich und werden mit einer Online Befragung auf Ihr Wissen geprüft. Eine erste Auswahl fand statt, und die weiter platzierten Kandidaten wurden aufgefordert ihre Weine zur Prüfung einzuschicken. Von 60 Bewerbern wurden dann 10 Jungwinzer ausgewählt und zur Endausscheidung nach Frankfurt eingeladen. Neben den Fachfragen ist es dabei natürlich auch interessant, wie die jungen Dynamiker in der Praxis auftreten. Aber letztendlich spielt auch ein bisschen mit, dass sich die Winzer pfiffig und eloquent verkaufen können. Einen wirklich tollen Sieg konnte Michael Maier für sich verbuchen! Und er hat auch einen wirklich umwerfenden Charme!

    Bodenständig mit beliebten Besen

    Die Erfolgsgeschichte beginnt mit der bodenständigen Familie. Lothar Maier beschloss 1986 sich mit seiner Frau Rose selbstständig zu machen. Er wollte seine Weine selber ausbauen, und seine Rebflächen langsam vergrößern. Letzteres war nicht ganz einfach: Schwaikheim hat nicht mal eigene Rebflächen, dafür aber zwei hervorragende Weingüter – gemeinsam mit dem Weingut Escher, Christian Escher wurde mit der Silbermedaille beim Jungwinzer des Jahres ausgewiesen! Beide Weingüter machen Schwaikheim zum Weinort! Kultig ist vor allem die Besenwirtschaft vom Weingut Maier. 1987 begannen sie damit, um natürlich auch ihre Weine an den Mann zu bringen. Wunderbare Hausmacher Würste mit Kraut locken unzählige Gäste an. Aber berühmt sind die Witze von Lothar Maier, keiner kommt ohne Tränen in den Augen davon – und nicht selten haben Sie am nächsten Tag noch Muskelkater vom Lachen!

    Neue Wege

    Nachdem sichergestellt war, dass einer der beiden Buben sich ebenfalls dem Weinbau widmen wollte, folgte 2007 ein sehr geschmackvoll gestalteter Neubau mit Weinverkauf und mit einer schönen Räumlichkeit für größere Weinproben und ganz unterschiedlichen Events, wie z. B. Lesungen. Aktuelle Ausstellungen von Künstlern bieten auch optisch immer wieder neues.

    Während Sohn Christoph sich als Techniker fixiert hat, lernte Michael sein Handwerk bei namhaften Winzern, wie beispielsweise bei Rainer Schnaitmann und bei Juris in Österreich. 6 Semester folgten in der renommierten Weinuniversität Geisenheim. Besonders schwärmt der diplomierte Önologe für Weinbau und Kellertechnik noch von seiner wunderbaren Dreier WG – und mit den Winzerkollegen pflegt er immer noch regen Austausch.

    Facebook und Co

    Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, ist es eine spannende Geschichte, sich nach zahlreichen Erfahrungen im Betrieb zu Hause einzufügen. Michael hatte wirklich großes Glück, die gesamte Familie lässt ihn seine neuen Wege gehen und unterstützt ihn dabei tatkräftig. Dabei sind Rose und Lothar Maier noch so jung, dass dies schon besonderer Größe bedarf.Die Stammkundschaft soll nicht vergrault werden, aber Michael hat sich eine gehobene Weinserie aufgebaut mit der Bezeichnung „vom Stein“. Die Idee zum Namen kam ihm unter der Dusche, seine Weinlinie soll den Boden, das Mikroklima und die Mineralität transportieren – „vom Stein“ spiegelt alles wieder. Mit einer Grafikagentur hat er für seine Weinlinie ein originelles Etikett entwickelt. Es ist dreigeteilt (kompliziert beim aufbringen) und den Hintergrund zieren kleine Korkenzieher wie Weinkristalle. Michaels Freundin Fabienne studiert BWL und liebt „Produktmanagment“. Entsprechend sprudeln die beiden von vielen neuen Ideen. Selbstredend bekommen Sie auch aktuelles aus dem Weingut auf Facebook gepostet…

    Ach ja – falls Papa Lothar wirklich mal weniger Arbeit hat, kann er sich vielleicht doch noch den Traum von einer „Kleinkunstbühne“ erfüllen…

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 59
    Prestige Rosé David Coutelas

    Jetzt sind sie wieder da: die lauen Sommerabende. Stellen Sie sich nur vor im Garten - oder auf der Terrasse -zu sitzen und dann ein Glas Rosé-Champagner in der Hand. Vielleicht noch als Steigerung à la Pretty Woman eine Schale Erdbeeren dazu…Trinken Sie den Prestige Rosé David Coutelas. Er präsentiert sich in einem sehr kräftigen Roséfarben – schon fast Erdbeerrot, und er wirkt auch im Duft sehr beerig. Ich liebe es ja, wenn sich der Champagner vielschichtig präsentiert! Je mehr ich mich mit dem Champagner befasse, umso mehr verändert sich sein Duft: er bekommt etwas Rotweinart und erinnert an Zimt und Sandelholz. Letzteres rührt auch ein wenig daher, dass der Grundwein im Eichenholzfass ausgebaut wurde. Am Gaumen überrascht der Champagner mit seiner so lebendigen, frischen und fruchtiger Art. Er wirkt schlank und wunderbar geschliffen. Während ich normalerweise wenig Interesse an der Ausstattung der Champagner habe, muss ich diese Flasche mal wirklich hervorheben. Eine absolut elegante, schwere weiße Flasche mit silbernen Etikett und Banderole - bringt natürlich die Roséfarbe noch mehr in den Vordergrund. Ich sage es nur ganz leise, aber auch zum Verschenken ist der Prestige Rosé ein echter Knaller!

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 58
    Wein & Schokolade

    Man mag es ja kaum glauben – aber jahrzehntelang wurde den Sommeliers gepredigt, dass Wein und Schokolade auf keinen Fall miteinander harmonieren! Die große Ausnahme war dabei schon immer der rote Dessertwein Banyuls aus Südfrankreich. Dieser Wein aus dem Roussillon riecht und schmeckt schon wie flüssige Schokolade. Wenn Sie dann auch noch einen lauwarmen Schokoladenkuchen dazu probieren, werden Sie ganz begeistert sein.

    Mich wollte das nie so richtig überzeugen; und so habe ich erst angefangen, zu Schokoladendesserts Ruländer Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen zu reichen. Im Übrigen passen rote Portweine auch ganz exzellent dazu. Diese können Sie heute in kleinen 0,375 l Flaschen kaufen. Wenn die einmal geöffnet ist, sollten Sie diese schon in den nächsten Wochen auch trinken, es wäre nämlich schade, wenn der Wein oxidiert (das riecht und schmeckt dann ein bissl’ wie Pflaumenmus). Im Winter eignet sich so ein Glas Port auch herrlich als Aperitif – vielleicht haben Sie sogar einen offenen Kamin?

    Entschuldigen Sie, jetzt bin ich ja ganz weggekommen von der Schokolade! Die ersten Kombinationen hatte ich mit einem Koch zusammen gezaubert. Er hatte tolle Gerichte mit etwas Schokolade zubereitet, und das war richtig klasse zum Wein: - Rehrücken in dunkler Schokoladensauce und dazu einen Merlot. In den letzten Jahren kam ja dann immer mehr das Thema „Wein & Schokolade“ auf. Dazu muss natürlich gesagt werden, dass zu dieser Zeit auch die hochwertigen Schokoladen in Deutschland den Markt erobert haben. Wenn Sie eine der populären Industrieschokoladen nehmen, sind diese allerdings meist nicht unbedingt zum Wein gedacht. Vollmilchschokoladen und besonders solche mit viel Zucker passen besser pur oder zum Kaffee oder zur warmen Milch.Die hochwertigen Schokoladen bringen dagegen oft einen höheren Kakaoanteil mit und entsprechend weniger Zucker. Da ich die dunklen Schokoladen vorziehe, habe ich auch schnell herausgefunden, dass Rotweine im Barrique gereift, besonders gut dazu passen. Bei Weißweinen und Schokoladen war ich ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Umso mehr hat mich vor Jahren Eberhard Schell von der gleichnamigen Schokoladenmanufaktur in Gundelsheim überrascht und überzeugt! Er kreierte sogar eigens für Riesling die passende Schokolade – eine Milchschokolade mit Orangen- und Zitronenzesten, sowie grobem Meersalz, was wiederum die Mineralität im Wein aufnimmt. Oder zu Grauen Burgundern gehen gerade Schokoladen mit Nüssen ganz hervorragend. Weiße Schokoladen - habe ich festgestellt - harmonieren super mit edelsüßen Weinen.

    Mittlerweile bin ich zu einem der größten Fans von Wein & Schokoladen mutiert. Unvergesslich wird mir immer bleiben, wie ich nachts von einer Veranstaltung nach Hause kam. Meine Schwägerin Erika war zu Besuch und saß noch mit meinem Mann in der Küche. Da wollte ich einmal die Probe aufs Exempel starten: ich hatte eine dunkle Schokolade mit frischen Thymian und dazu den für mich absolut passenden Rotwein aus dem Languedoc. Dazu muss festgehalten werden, wir alle drei essen ganz selten Schokolade, und wir trinken eher Weißwein. Sie werden es nicht glauben – die Schokolade war in ungefähr drei Minuten aufgeputzt und der Wein war zehn Minuten später auch leer. Es war einfach in dieser Kombination ein gigantisch harmonisches Geschmackserlebnis – etwa so wie ein Blumenstrauß in den passenden Farben -, sodass man immer wieder noch einen Schluck Wein, noch ein Stück Schokolade nehmen musste! Selten habe ich erlebt, dass eine Schokolade den Wein wirklich noch um drei Etagen nach oben katapultiert.

    Seither suche ich immer wieder nach neuen ebenso tollen Kombinationen – und immer wieder mit großem Erfolg! Ich kann Ihnen auch versichern, dass ich seither trotzdem noch nicht zugenommen habe. Gerade bei den dunklen Schokoladen reichen ja schon kleine Mengen aus, um einen schnellen Sättigungsgrad zu erreichen. Wenn ich Seminare zu Wein und Schokolade gebe, merke ich jedes Mal, dass das Weinglas in einer solchen Verbindung viel schneller ausgetrunken wird. Dazwischen machen wir manchmal eine Gulaschsuppe zur Stärkung…


    Der lateinische Name Theobroma cacao – übersetzt der Kakaobaum- bedeutet „Speise der Götter“.Bei den Römern und Griechen galt der Wein als göttlich! Daher wurden auch bei den Griechen Dionysos, beziehungsweise Bacchus bei den Römern als Gott des Weines verehrt.


    Wie der Wein enthält auch die Schokolade Polyphenole. Diese Antioxidanzien gelten als sehr gesund, sie schützen vor allem vor Zellschädigungen, und sie wirken entzündungshemmend. Zudem muss man auch die positiven Effekte der Omega-3- Fettsäuren erwähnen, welche das schlechte LDL- Cholesterin senken und das gute HDL- Cholesterin unterstützen. Diese stammen aus der Kakaobohne, und sie sind deshalb besonders stark in den dunklen Schokoladensorten vertreten.Weithin ist ja zweifellos auch bekannt, dass Schokolade glücklich macht! Schokolade enthält nämlich die Aminosäure Tryptophan, aus der Serotonin gebildet wird – das Glückshormon. Und dass ein Gläschen Wein sehr entspannend wirken kann, brauche ich Ihnen gar nicht erst zu erzählen; also ran die Schokolade und an den Wein… 


    Buchtipp: Kochen mit Schokolade

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 57
    Die jungen Winzerinnen

    Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte man sich als Winzer einen wettergegerbten Landwirt mit verkrusteten Gummistiefeln vor. Heute treffen Sie immer mehr auf junge Frauen, beispielsweise Jahrgang 1980, bildhübsch die ein eigenes Weingut führen und oftmals ihr Diplom für Weinbau und Önologie gemacht haben. Auf der berühmten Weinbauschule Geisenheim studieren heute nahezu genauso viel Frauen wie Männer. In Portugal spricht man sogar von der Rosenrevolution, will heißen, dass in Porto mehr Damen als Herren das Studium wahrnehmen. Bestes Beispiel ist Franziska Schätzle vom Weingut Schätzle in Schelingen. Die aufgeweckte 28jährige studierte von 2004 bis 2008 Oenologie an der Weinbaufachschule Geisenheim, und sie sammelte während dieser Zeit auch praktische Erfahrungen im Burgund, in Spanien und Neuseeland. Anschließend errang sie als erste Dame den Titel „Jungwinzer des Jahres“. Bevor sie letzten August ganz im elterlichen Weingut einstieg, war sie tätig beim Verband der Deutschen Prädikatsweingüter. Mittlerweile hat sich am Kaiserstuhl alles perfekt eingespielt und am 04.04.2014 kam gerade ihre zweite Tochter zur Welt. Ich kann Ihnen nur empfehlen, probieren Sie ihre Burgunderweine. Schon der Chardonnay Kabinett trocken ist so fein, geschliffen, untermalt mit einer Fruchtigkeit, an Birnen, Litschi und Orangen erinnernd. Kraftvoller und extrem lang im Nachhall sind ihr Grauburgunder und Spätburgunder „Schatz vom Vulkan“. Letzterer wird mit einer krossen Ente aus dem Ofen zu einem unvergesslichen Erlebnis!Genauso begeistert sind Elfriede und Hans-Peter Trautwein, dass Ihre Tochter Anne-Christin Trautwein nach Ihrem Weinbau- und Önologiestudium in Geisenheim 2011 ebenfalls in das elterliche Weingut in Bahlingen einstieg. Die junge sympathische Winzerin sammelte ebenfalls, wie die jungen Leute es heute so selbstverständlich machen, Erfahrungen in Australien, Burgund und bei namhaften Winzern in Deutschland. Mittlerweile baut sie Hand in Hand mit ihrem Vater die Weine aus. Schon 1980 stellten die Eltern im Weingut auf Biologischen Weinbau um. Seit 2004 sind sie sogar Demeter zertifiziert und bearbeiten Ihre Weinberge Biodynamisch. Ihre Burgunderweine, wie Weissburgunder, Chardonnay oder Spätburgunder sind nicht nur für ihre Bekömmlichkeit, sondern auch für ihre Langlebigkeit bekannt. Am Kaiserstuhl rühmen sie sich schon immer mit ihren kraftvollen und geschmeidigen Burgunderweinen. Selbst die weißen Burgunderweine können Sie bei Trautweins auch mal fünf Jahre reifen lassen.„Winzerin aus Leidenschaft“ passt für Monika Bähr aus Oberkirch wie die Faust aufs Auge. Ursprünglich erlernte Monika den Beruf der Erzieherin, und arbeite auch drei Jahre lang im Beruf. Bis sie dann den Wein für sich entdeckte. Das war dann so intensiv, dass sie auf den Beruf der Winzerin umsattelte. Der Meistertitel folgte und viele kennen sie noch aus ihrer Zeit als Badische Weinkönigin. In Japan und Moskau war man begeistert, nicht nur eine so eloquente Fachfrau kennenzulernen, Monika ist dazu auch noch bildhübsch mit ihren langen dunklen Haaren und dunklen Augen.

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 56
    Ein prickelndes Vergnügen


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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 55
    Rotweine vom Weingut Heid

    Ganz oft mache ich es in Verkostungen so - wie es ja auch in der VONTECA immer wieder praktiziert wird – dass ich unsere Weine gegen internationale Weine antreten lasse. Jedes Mal sind die Weingenießer überrascht, dass auch unsere heimischen Rotweine so fantastisch sind! Ohne jemanden Honig ums Maul zu schmieren – unsere Rotweine können es mit den internationalen Gewächsen heute locker aufnehmen! Probieren Sie nur mal den 2010er Cuvée R vom Weingut Heid! Schon im Glas funkelt er in tiefem dunklem Rot, und sein Duft ist so reich – er erinnert an dunkle Beeren, viele Gewürze und wirkt so warm, eigentlich fehlt nur noch der offene Kamin dazu. Alles was er im Duft verspricht, hält er auch am Gaumen, warm kraftvoll unterlegt mit vielen Gewürzen. Natürlich ist es ein Wein zu ganz besonderen Anlässen. Die gute Nachricht: für jeden Tag kann ich Ihnen auch unbedingt die Rotweincuvée Om‘s nomgugga® von Heid empfehlen!

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  • 12/03/2019 - Weintipp No. 54
    Äpfele - so schmackhaft

    Mittlerweile begegnen sie einem überall, wo es gute Qualitäten gibt: die Fruchtsäfte der Firma van Nahmen. Die sind wirklich der mega Hammer! Apfelsorten wie Jonagold, Sternrenette, Kaiser Wilhelm, Elstar, Boskop, Rubinette oder einfach Apfel von Streuobstwiesen werden alle separat ausgebaut und abgefüllt. Letztere beide sind gerade meine Favoriten – und ich empfehle Ihnen, sie zu probieren. Zu den herrlichen Apfelrezepten passen sie wirklich wunderbar!

    Aber auch der feinherbe Apfelcidre mit 4 % Alkohol. Er riecht schon wie frisch aufgeschnittene Äpfele, wirkt sehr ehrlich, also nicht irgendwie grün und aufgesetzt, eher an etwas Zimt erinnernd. Mit seiner feinen Süße wirkt er auch nicht säuerlich, sondern leicht, erfrischend – und einfach köstlich! Mein Eindruck ist, dass Cidre gerade in Deutschland sich immer größerer Beliebtheit erfreut. In Nordspanien (Sidra) und Nordfrankreich werden Sie gar nicht umhin kommen, Cidre zu trinken. In Frankreich bekommen Sie in aller Regel den Cidre in zwei Varianten: „doux“, also süß und meist mit nur 2 % Alkohol oder „brut“- ganz trocken und herzhaft ausgebaut mit 4-5 % Alkohol. In England bekommt man in fast jeder Bar den Cider, aber Vorsicht, dort hat er meist zwischen 5 und 8 %.

    Nun ist Cidre bei uns nicht neu, so kennt man ihn beispielsweise in Hessen als Ebbelwoi oder im Saarland oder Rheinland-Pfalz als Viez. Aber so fein und elegant war man die Apfelweine nicht immer gewohnt. Kein Wunder, ist van Nahmen mit seinem Cidre und Säften in fast jedem namhaften Restaurant gelistet. Wobei das Sortiment auch Traubensäfte wie Dornfelder oder Riesling umfasst – oder Stachelbeere, Johannisbeere, Rhabarber, wilde Pflaume und viele andere. Peter van Nahmen führt mit seinem Vater Rainer den traditionellen Betrieb schon in vierter Generation fort. In Hamminkeln am Niederrhein gelegen, setzen sie alles für die Erhaltung alter Streuobstwiesen ein. Zudem liegen ihnen alte Obst Kultursorten ganz besonders am Herzen. Wer weiß, wenn sich van Nahmen nicht so einsetzen würde, könnten uns die alten Sorten schon bald verloren gehen.

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