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Weintipp No. 57

14.01.2016

Die jungen Winzerinnen

Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte man sich als Winzer einen wettergegerbten Landwirt mit verkrusteten Gummistiefeln vor. Heute treffen Sie immer mehr auf junge Frauen, beispielsweise Jahrgang 1980, bildhübsch die ein eigenes Weingut führen und oftmals ihr Diplom für Weinbau und Önologie gemacht haben. Auf der berühmten Weinbauschule Geisenheim studieren heute nahezu genauso viel Frauen wie Männer. In Portugal spricht man sogar von der Rosenrevolution, will heißen, dass in Porto mehr Damen als Herren das Studium wahrnehmen.
Bestes Beispiel ist Franziska Schätzle vom Weingut Schätzle in Schelingen. Die aufgeweckte 28jährige studierte von 2004 bis 2008 Oenologie an der Weinbaufachschule Geisenheim, und sie sammelte während dieser Zeit auch praktische Erfahrungen im Burgund, in Spanien und Neuseeland. Anschließend errang sie als erste Dame den Titel „Jungwinzer des Jahres“. Bevor sie letzten August ganz im elterlichen Weingut einstieg, war sie tätig beim Verband der Deutschen Prädikatsweingüter. Mittlerweile hat sich am Kaiserstuhl alles perfekt eingespielt und am 04.04.2014 kam gerade ihre zweite Tochter zur Welt. Ich kann Ihnen nur empfehlen, probieren Sie ihre Burgunderweine. Schon der Chardonnay Kabinett trocken ist so fein, geschliffen, untermalt mit einer Fruchtigkeit, an Birnen, Litschi und Orangen erinnernd. Kraftvoller und extrem lang im Nachhall sind ihr Grauburgunder und Spätburgunder „Schatz vom Vulkan“. Letzterer wird mit einer krossen Ente aus dem Ofen zu einem unvergesslichen Erlebnis!
Genauso begeistert sind Elfriede und Hans-Peter Trautwein, dass Ihre Tochter Anne-Christin Trautwein nach Ihrem Weinbau- und Önologiestudium in Geisenheim 2011 ebenfalls in das elterliche Weingut in Bahlingen einstieg. Die junge sympathische Winzerin sammelte ebenfalls, wie die jungen Leute es heute so selbstverständlich machen, Erfahrungen in Australien, Burgund und bei namhaften Winzern in Deutschland. Mittlerweile baut sie Hand in Hand mit ihrem Vater die Weine aus. Schon 1980 stellten die Eltern im Weingut auf Biologischen Weinbau um. Seit 2004 sind sie sogar Demeter zertifiziert und bearbeiten Ihre Weinberge Biodynamisch. Ihre Burgunderweine, wie Weissburgunder, Chardonnay oder Spätburgunder sind nicht nur für ihre Bekömmlichkeit, sondern auch für ihre Langlebigkeit bekannt. Am Kaiserstuhl rühmen sie sich schon immer mit ihren kraftvollen und geschmeidigen Burgunderweinen. Selbst die weißen Burgunderweine können Sie bei Trautweins auch mal fünf Jahre reifen lassen.
„Winzerin aus Leidenschaft“ passt für Monika Bähr aus Oberkirch wie die Faust aufs Auge. Ursprünglich erlernte Monika den Beruf der Erzieherin, und arbeite auch drei Jahre lang im Beruf. Bis sie dann den Wein für sich entdeckte. Das war dann so intensiv, dass sie auf den Beruf der Winzerin umsattelte. Der Meistertitel folgte und viele kennen sie noch aus ihrer Zeit als Badische Weinkönigin. In Japan und Moskau war man begeistert, nicht nur eine so eloquente Fachfrau kennenzulernen, Monika ist dazu auch noch bildhübsch mit ihren langen dunklen Haaren und dunklen Augen.

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