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Weintipp No.22

10.05.2011

Grüner Veltliner

Einer der verücktesten Winzer… Schon ganz oft habe ich mir nach einem Besuch auf einem Weingut gedacht: Jetzt kann ich gut verstehen, dass dieser Wein so schmeckt. Und tatsächlich hat man ja oft den Eindruck: der Wein ist beispielsweise so diskret wie der Winzer, oder so muskulös oder ein bisschen verrückt – bitte positiv zu verstehen – wie der Winzer Christoph Hammel. Na haben Sie etwa schon mal von einem deutschen Grünen Veltliner gehört? Das ist schon noch selten - aber mit einem ganz prima Resultat. Der 2010er Grüner Veltliner „Holzfass“ blitzt in hellem Gold mit grünen Reflexen und duftet wirklich nach grünen Aromen, wie Äpfele, Salbei, Kerbel, aber auch Melonen, und er wirkt dabei super erfrischend! Beim Trinken behält er seine frische grüne Art, saftige Ananas gesellt sich dazu, und er zeigt sich geschliffen und fein. Normalerweise kennen Sie den Grünen Veltliner ja aus Österreich, wo er als die wichtigste Rebsorte gehandelt wird. Berühmt sind diese dort für ihr so typisches „Pfefferl“, will heißen sie erinnern kräftig an weißen Pfeffer.

Wie kam nun das Weingut Hammel zum Grünen Veltliner? Die zwei Geschwister Martin und Christoph haben das alteingessene Familienweingut Anfang der 80er Jahre übernommen. Während Martin bei der Josephs Phelps Winery in Kalifornien Erfahrungen gesammelt hat, war Christoph – na Sie können es sich schon denken: unter anderem in Österreich. Mittlerweile hat sich Christoph als der verrückte Winemaker etabliert, und ist froh, dass der Bruder Martin der Finanzexperte ist. Sie ergänzen sich perfekt.

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich an das Weingut denke, vor allem an Christoph Hammel, den ich mal auf der ProWein – der alljährlich stattfindenden Weinmesse in Düsseldorf – kennengelernt habe. Er spricht in einem wirklich zügigen Tempo begeistert von seinen spontan vergorenen Riesling „gegen gerade“ in einem hundert Jahre altem Holzfass ausgebaut, seiner Rotweincuvée „erste Versuchung“ seinen selbstentworfenen T-Shirts – unter Winewear zu finden – oder von Weißweinen wie Sauvignon Blanc oder gar Grüner Veltliner. Er sprüht nur so vor Begeisterung, und er lebt den Wein ganz und gar! Zur Zeit ist er gerade an einem Projekt in Neuseeland dran. Sein Bestreben geht dahin, guten Wein für alle zu einem ordentlichen Preis zu machen.

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