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Weintipp No. 33

06.09.2012

Moderner Klassiker

Steinpilze brauchen einen kräftigeren und vor allem runden und geschmeidigen Weißwein. Ein Grauer Burgunder eignet sich gut oder ein Chardonnay. Beide haben nicht so viel Säure, sodass sie schon etwas cremiger wirken und Würze mitbringen. Überhaupt ist Herbst / Winter eine absolute Chardonnayzeit. Schließlich bringt er auch gerne etwas mehr Alkohol mit und ist zu Sahne – und Buttersaucen, sowie zu gebratenen Gerichten fast unschlagbar gut!

Chardonnay gibt es heute zwar in jeder Weinbauregion der Welt (selbst Luxemburg, England oder Indien), aber seine Heimat liegt wohl im Burgund. Lange Zeit ging man davon aus, dass der Chardonnay seine Herkunft im Mâcon hat, schließlich gibt es dort auch ein Städtchen mit dem Namen Chardonnay. Heute ist es ja hochspannend, dass wir bei den Reben den „genetischen Fingerabdruck“ nehmen können! So wurde festgestellt, dass es sich um eine zufällige Kreuzung von Pinot Noir x Gouais Blanc handelt (zu Deutsch: Spätburgunder x Heunisch). Richtig faszinierend finde ich immer noch, dass im Burgund alle weißen Weine von der Chardonnay Rebe gewonnen werden. Ausnahme bestätigen die Regel: am Rand wird jedoch etwas Aligoté angebaut.
Ich liebe ja die wunderbaren weißen Burgunderweine! Nur die höheren Preise schrecken oftmals ab. Sensationell gut und dabei wirklich noch erschwinglich ist der 2009er Bourgogne Chardonnay Buissonnier, Vignerons de Buxy!

Chardonnay bringt in der Regel in der Farbe ein kräftigeres Gold mit. Sein Duft verführt regelrecht - feinstes Krokant, frische Zitrusaromen, aber auch florale Aromen – sehr verwoben und finessenreich. Mit seiner weicheren Art wirkt er Gaumen füllend – ohne dabei zu mächtig zu sein. Mineralisch im Nachhall – so stelle ich mir Chardonnay vor.

Die Vignerons de Buxy verstehen es wirklich mit viel Geschick modernste Vinifizierungsmethoden mit Tradition zu verbinden. Der Önologe Alain Pierre hat ein feines Händchen, wenn es im Keller um den Ausbau der Weine geht.

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