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Weintipp No. 32

29.06.2012

Vom Feinsten: zwei Crémants und ein Riesling

Wenn eine exzellente Köchin und ein hervorragender Winzer zusammen kommen, dann kann eigentlich nur Gutes dabei herauskommen. Und so ging es auch mit Lea Linster und dem Saarwinzer Max von Kunow vom Weingut von Hövel; die beiden haben sich vor drei Jahren zusammengetan, um Weine anzubieten, die so richtig gut zum Essen passen. Nach Ihrem Elbling und Gänseleberwein ist ganz aktuell der Crémant de Luxembourg, den es als weiße und roséfarbene Variante gibt. Beide haben ein Hefelager von 36 Monaten! (Je länger der Schaumwein auf der Hefe liegt, desto feiner werden seine Perlage und sein Geschmack). Der Schwefel wurde bewusst sehr niedrig gehalten, damit der Crémant auch bei einem Gläschen mehr – kann Ihnen hier schnell passieren – sehr bekömmlich ist. Im Crémant de Luxembourg Brut LMEAAX wurden Weissburgunder, Auxerrois und Riesling cuviert. Ein erstaunlich leichter  und frischer Crémant – ein Duft an kleine, weiße Blüten erinnernd. Im Mund bleibt er so leichtfüssig, trocken und gut ausgewogen.
Der Rosé -überwiegend vom Spätburgunder dominiert – wirkt etwas fülliger und erinnert an frische Zwetschgen. Beim Trinken wirkt er nicht so trocken wie der Weiße und etwas runder. Nicht nur in Leas Restaurant und ihrem zauberhaften Geschäft in Luxemburg wissen die Gäste den Luxemburger Crémant zu schätzen.
Unter Kennern werden die Luxembourger Crémants schon lange geschätzt!
Ich konnte es mir nicht verkneifen auch noch den 2011er Riesling Crossmosel feinherb mit ins Paket zu packen. Der kräuterige lebendige Riesling ist Frucht pur – und die Süße steht ihm hervorragend.
Die Weinberge liegen am linken Ufer der Mosel zwischen Schengen im Süden und Wasserbillig im Norden. Während die deutschen Moselweine berühmt für die Schieferböden sind, wachsen sie auf der Luxemburger Seite vorwiegend auf Muschelkalkböden (sowie Keuper – und Tonmergelböden). Ideale Voraussetzungen für feine Burgunderrebsorten.
In den letzten Jahren wurde in Luxemburg unglaublich viel in die Qualität der Crémants investiert. Bis ins 19. Jahrhundert wurde ganz überwiegend Elbling angebaut, der als Fassware nach Deutschland verkauft wurde und dann als Sekt weiter verarbeitet wurde. Nur gut, dass sich das jetzt geändert hat, schließlich haben sie nicht einmal 1500 ha Rebflächen (im Vergleich: nur Baden hat fast 16 000 ha).

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